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Die stündliche Verrechnung ist eine Berechnungsmethode, bei der die im Rahmen der lizenzfreien Stromerzeugung produzierte und verbrauchte Energie innerhalb desselben Stundenzeitraums miteinander verglichen wird. Mit der von der EPDK eingeführten Regelung wurde das über viele Jahre verwendete monatliche Verrechnungssystem durch dieses Modell ersetzt. Der von einer Solaranlage erzeugte Strom wird nun nicht mehr am Monatsende mit dem Gesamtverbrauch, sondern mit dem Verbrauch in der jeweiligen Erzeugungsstunde verrechnet.

Auch wenn diese Änderung einfach erscheint, verändert sie den Kern des Systems grundlegend. Im früheren System konnte ein mittags erzeugter Überschuss Ihrer Anlage mit Ihrem Verbrauch in den Abendstunden verrechnet werden. Das Netz funktionierte gewissermaßen wie eine virtuelle Batterie. Bei der stündlichen Verrechnung wird jedoch jede Stunde separat bewertet. Deshalb ist es nun wesentlich wichtiger, den erzeugten Strom gleichzeitig zu verbrauchen.

Die grundlegende Logik der Regelung besteht darin, Erzeugung und Verbrauch zeitlich stärker aufeinander abzustimmen. Den zu den sonnenreichsten Stunden erzeugten Strom auch während dieser Stunden zu nutzen, bringt den höchsten Nutzen aus dem System. Ist die stündliche Übereinstimmung zwischen Erzeugung und Verbrauch gering, wird überschüssige Energie zu einem niedrigen Preis in das Netz eingespeist.

Kurz gesagt verwandelt die stündliche Verrechnung die lizenzfreie Erzeugung in einen disziplinierteren Energiemanagementprozess. Für Investoren ist nicht mehr nur entscheidend, wie viel Strom erzeugt wird, sondern auch wann er erzeugt wird. Lösungen, die die Erzeugungskurve näher an die Verbrauchszeiten heranführen, wirken sich daher unmittelbar auf die Rentabilität aus.

Wie wird die stündliche Verrechnung berechnet?

What Is Hourly Netting and How Is It Calculated?, Netting

Die Berechnungsgrundlage ist sehr klar: Für jede Stunde wird die in dieser Stunde verbrauchte Energiemenge von der erzeugten Energiemenge abgezogen. Ist das Ergebnis positiv, bleibt überschüssige Energie übrig und wird in das Netz eingespeist. Ist das Ergebnis negativ, beziehen Sie die Differenz aus dem Netz und zahlen die Kosten dafür an Ihren Lieferanten.

Betrachten wir ein konkretes Beispiel. Angenommen, Ihre Anlage erzeugt zwischen 12:00 und 13:00 Uhr 100 kWh, während Sie in derselben Stunde nur 60 kWh verbrauchen. In diesem Fall decken 60 kWh direkt Ihren Eigenverbrauch und werden von Ihrer Rechnung abgezogen. Die verbleibenden 40 kWh gelten als überschüssige Energie und werden zum in dieser Stunde geltenden Markträumungspreis (PTF) bewertet. Wenn Ihre Erzeugung abends um 20:00 Uhr auf null sinkt und Sie 70 kWh verbrauchen, beziehen Sie diese Energiemenge vollständig zum Endkundentarif aus dem Netz.

Genau hier liegt der entscheidende Punkt. Der mittags erzeugte Energieüberschuss und die am Abend bezogene Energie gleichen sich nicht gegenseitig aus, weil sie zu zwei unterschiedlichen Stunden angefallen sind. Während der Überschuss in der Regel zum PTF verkauft wird, der unter dem Endkundenverkaufspreis liegt, wird die abends bezogene Energie zu einem höheren Tarif berechnet. Dieser Preisunterschied ist die Hauptursache für die Auswirkungen der stündlichen Verrechnung auf die Amortisation der Investition.

Für eine zuverlässige Berechnung müssen Sie das stündliche Erzeugungsprofil und die Verbrauchskurve Ihrer Anlage genau kennen. Wenn Sie vor der Installation abschätzen möchten, wie sich die Erzeugung über den Tag verteilt, können Sie mit unserem Solarenergie-Berechnungstool eine erste Bewertung vornehmen. Ein richtig dimensioniertes System arbeitet unter der stündlichen Verrechnung deutlich effizienter.

Unterschied zwischen monatlicher und stündlicher Verrechnung

Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Modellen betrifft den Zeitraum, in dem der Ausgleich erfolgt. Bei der monatlichen Verrechnung werden Erzeugung und Verbrauch über den gesamten Monat summiert und die Differenz zugrunde gelegt. Beim stündlichen Modell wird dagegen jede Stunde einzeln bewertet. Dadurch können zwischen zwei Anlagen mit derselben Erzeugungsmenge deutliche Unterschiede bei den Einnahmen entstehen.

Im monatlichen System spielte die Verteilung von Erzeugung und Verbrauch über den Tag keine Rolle. Mittags zu erzeugen und abends zu verbrauchen war unproblematisch, solange die Gesamtbilanz am Monatsende stimmte. Im stündlichen System wird überschüssige Erzeugung jedoch zu einem niedrigen Preis verkauft, wenn Erzeugung und Verbrauch nicht in derselben Stunde zusammenfallen. Dies kann insbesondere für Haushalte und Unternehmen nachteilig sein, die tagsüber wenig und abends viel Strom verbrauchen.

Die folgende Tabelle fasst die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Modellen zusammen:

Vergleichskriterium Monatliche Verrechnung Stündliche Verrechnung
Ausgleichszeitraum Gesamter Monat Jede einzelne Stunde
Zeitliche Übereinstimmung von Erzeugung und Verbrauch Nicht wichtig Entscheidend
Vergütung für überschüssige Energie Vorteilhafter Zum PTF, in der Regel niedrig
Rolle des Netzes Wie eine virtuelle Batterie Auf Echtzeit-Bilanzierung basierend
Speicherbedarf Niedrig Hoch
Amortisationsdauer Kürzer  Kann sich je nach Profil verlängern

 Wie die Tabelle zeigt, rückt das stündliche Modell die Übereinstimmung der Erzeugungs- und Verbrauchskurven in den Mittelpunkt. Deshalb muss bei der Systemauslegung in der neuen Periode nicht nur die Jahreserzeugung, sondern auch ihre stündliche Verteilung berücksichtigt werden. Technologien, die die Erzeugung bis in den Nachmittag und frühen Abend ausdehnen, sind besonders geeignet, diese Übereinstimmung zu verbessern.

Auswirkungen der stündlichen Verrechnung auf die Stromrechnung

Entscheidend für die Auswirkung auf Ihre Rechnung ist, welcher Anteil Ihres Verbrauchs mit Ihren Erzeugungsstunden zusammenfällt. Ein Unternehmen mit hohem Tagesverbrauch, also während der Sonnenstunden, wird von diesem Modell nahezu nicht beeinträchtigt. Da der größte Teil der erzeugten Energie sofort verbraucht wird, muss kaum Überschuss verkauft werden und die Rechnung sinkt erheblich.

Anders sieht es bei Nutzern aus, deren Verbrauch sich auf die Abend- und Nachtstunden konzentriert. Da die tagsüber erzeugte Energie zu diesen Zeiten nicht verbraucht werden kann, wird sie als Überschuss in das Netz eingespeist und zum PTF verkauft. Die am Abend bezogene Energie wird hingegen zum Endkundenpreis berechnet. Die Spanne zwischen diesen beiden Preisen kann im Vergleich zum monatlichen Modell zu höheren Nettokosten führen.

Aus den von der EPDK veröffentlichten Beispielanalysen geht hervor, dass eine Industrieanlage, die im monatlichen Modell bestimmte Einnahmen erzielt, im stündlichen Modell mit etwas geringeren Einnahmen arbeiten kann. Die Höhe des Unterschieds hängt jedoch vom Preis der bilateralen Vereinbarung im Liefervertrag und von den Verbrauchsgewohnheiten ab. Die Auswirkung auf die Rechnung ist daher nicht bei jeder Anlage gleich, sondern vollständig vom Verbrauchsprofil abhängig.

Der zuverlässigste Weg, Ihre Rechnung zu schützen, besteht darin, den Verbrauch in die Erzeugungsstunden zu verlagern oder die Erzeugung näher an die Verbrauchszeiten heranzuführen. Flexible Lasten wie Kühlhäuser, Wasserpumpen und Klimaanlagen tagsüber zu betreiben, bringt schnell einen Vorteil. Auf der Erzeugungsseite verringern Systeme, die über den ganzen Tag gleichmäßiger und länger produzieren, die Schwankungen der Rechnung.


Was geschieht mit überschüssigem Strom?

Überschüssige Energie ist Strom, der innerhalb derselben Stunde nicht genutzt werden kann und in das Netz eingespeist wird. Bei der stündlichen Verrechnung wird diese Energie nicht mehr zum Endkundentarif, sondern zum in der jeweiligen Stunde geltenden Markträumungspreis bewertet. Da der PTF insbesondere in den sonnenreichen Mittagsstunden tendenziell sinkt, liegt der Einheitswert der überschüssigen Erzeugung häufig unter den Erwartungen.

Das bedeutet, dass die Vorstellung „Was ich erzeuge, kann ich verkaufen“ ihre Gültigkeit verliert. Früher wurde überschüssige Erzeugung unmittelbar als Einkommen betrachtet; heute muss jede Kilowattstunde innerhalb der stündlichen Bilanz bewertet werden. Deshalb ist es möglicherweise nicht mehr so sinnvoll wie früher, Systeme deutlich größer als den tatsächlichen Verbrauch zu dimensionieren. Damit der Erzeugungsüberschuss seinen Wert behält, muss er entweder in derselben Stunde verbraucht oder gespeichert werden.

Hier treten zwei grundlegende Strategien in den Vordergrund. Die erste sind Energiespeichersysteme, also Batterien. Der tagsüber erzeugte Überschuss wird gespeichert und am Abend genutzt, wenn Preise und Verbrauch steigen. Die zweite Strategie besteht darin, die Erzeugungskurve über die Verbrauchszeiten auszudehnen. Während die Erzeugung fest installierter Module mittags ihren Höhepunkt erreicht und danach schnell fällt, bieten Solar-Nachführsysteme von morgens bis abends ein breiteres Erzeugungsband.

Für Investoren, die durch eine breitere Erzeugungskurve überschüssige Energie reduzieren möchten, bieten Solar-Nachführsysteme einen deutlichen Vorteil. Diese Systeme halten die Module den ganzen Tag über senkrecht zur Sonne und erhöhen dadurch die Erzeugung am Morgen und am späten Nachmittag. So wird die Übereinstimmung mit dem Verbrauch verbessert. Die Menge der zu niedrigen Preisen verkauften Überschussenergie sinkt und der Eigenverbrauchsanteil steigt.

Wer kann von der stündlichen Verrechnung profitieren?

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Wer von diesem Modell am stärksten profitiert, hängt unmittelbar vom Verbrauchsprofil ab. Nutzer, die tagsüber erzeugen und ebenfalls tagsüber verbrauchen, können die stündliche Verrechnung problemlos nutzen. Nutzer, deren Verbrauch sich in den Abend verlagert, müssen dagegen zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Die folgenden Gruppen sollten in dieser Phase besonders sorgfältig prüfen:

  • Industrieanlagen mit Tagschicht: Da die Produktionslinien während der Sonnenstunden arbeiten, wird die erzeugte Energie sofort verbraucht. Diese Gruppe ist vom stündlichen Modell am wenigsten betroffen und erzielt den höchsten Nutzen.
  • Kühlhäuser und landwirtschaftliche Bewässerungsanlagen: Diese Betriebe mit hohem Tagesverbrauch erreichen auf natürliche Weise eine Übereinstimmung zwischen Erzeugung und Verbrauch und behalten ihren Rechnungsvorteil.
  • Hotels, Krankenhäuser und Einkaufszentren: Da Klimatisierung, Beleuchtung und allgemeine Lasten über den Tag verteilt sind, ist ihr Eigenverbrauchsanteil hoch. Bei richtiger Auslegung wirkt sich das Modell zu ihren Gunsten aus.
  • Unternehmen mit mehreren Verbrauchsstellen:  Da eine Gruppenverrechnung eingerichtet werden kann, lässt sich zwischen den Erzeugungs- und Verbrauchsstellen ein flexiblerer Ausgleich herstellen.
  • Haushalte mit überwiegendem Abendverbrauch: Diese Gruppe muss besonders vorsichtig sein. Ohne Speicher oder Verbrauchsverlagerung besteht das Risiko, überschüssige Energie zu einem niedrigen Preis zu verkaufen.

Wie ersichtlich ist, hängt die Vorteilhaftigkeit des Modells weniger von der Branche als vom täglichen Verbrauchsrhythmus ab. Eine stündliche Analyse Ihrer Verbrauchskurve vor der Systeminstallation zeigt klar, zu welcher Gruppe Sie gehören und welche zusätzlichen Lösungen Sie benötigen.

Voraussetzungen für die Stündliche Verrechnung bei Dach-Photovoltaikanlagen

Für die Einbeziehung einer Dach-Solaranlage in die stündliche Verrechnung müssen bestimmte technische und administrative Voraussetzungen erfüllt sein. Diese Bedingungen gewährleisten sowohl die Eignung des Systems als auch die vollständige Einhaltung der Vorschriften. Personen, die eine Dach-PV-Investition planen, sollten vor der Installation die folgenden Punkte prüfen:

  1. Verknüpfung mit einem Verbrauchsanschluss: Die Erzeugungsanlage muss einem bestehenden Verbrauchsanschluss zugeordnet werden. Die Verrechnung erfolgt über diesen Anschluss.
  2. Eignung der Zählerinfrastruktur: Ein bidirektionaler Zähler, der stündliche Daten auslesen kann, ist zwingend erforderlich. Die stündliche Bilanz kann nur mit dieser Infrastruktur korrekt berechnet werden.
  3. Gleichgewicht zwischen installierter Leistung und Verbrauch:  Die Systemleistung muss passend zum Verbrauchsprofil dimensioniert werden. Eine Installation, die deutlich über dem Verbrauch liegt, führt dazu, dass überschüssige Energie zu einem niedrigen Preis verkauft wird.
  4. Anforderung an das Herstellungsdatum der Komponenten: Im Rahmen der Regelung wird erwartet, dass Hauptkomponenten wie Module, Wechselrichter und Batterien innerhalb des festgelegten Zeitraums hergestellt wurden. Ältere Geräte werden möglicherweise nicht akzeptiert.
  5. Netzanschlussvertrag und Genehmigungen: Mit dem Verteilnetzbetreiber muss ein Netzanschlussvertrag abgeschlossen und die erforderlichen Projektgenehmigungen müssen eingeholt werden.

Neben diesen Voraussetzungen beeinflussen auch die Tragfähigkeit, Ausrichtung und Verschattung des Dachs unmittelbar den Ertrag. Nach Süden ausgerichtete, unverschattete Dächer mit geeigneter Neigung bieten den höchsten Ertrag. Ist die Dachkonstruktion ungeeignet oder steht ein Grundstück zur Verfügung, können Nachführsysteme geprüft werden, die gegenüber festen Systemen eine höhere Erzeugung ermöglichen. Verschiedene Systemoptionen finden Sie auf unserer Produktseite.

Wie Läuft das Antragsverfahren für die Stündliche Verrechnung Ab?

Das Antragsverfahren folgt im Wesentlichen den Schritten eines Antrags auf lizenzfreie Erzeugung und besteht aus mehreren grundlegenden Phasen. Zunächst beantragen Sie beim zuständigen Verteilnetzbetreiber eine Anschlusskapazität, die Ihrer installierten Leistung entspricht. In dieser Phase werden Informationen zu Ihrem Verbrauchsanschluss und die technischen Details des geplanten Systems verlangt.

Nach dem Antrag führt der Verteilnetzbetreiber eine technische Prüfung durch und teilt seine Anschlussbewertung mit. Fällt diese positiv aus, wird das Projekt der Erzeugungsanlage ausgearbeitet und zur Genehmigung eingereicht. Nach Abschluss der Projektgenehmigung beginnt die Installationsphase. Dabei sind die Montage eines bidirektionalen Zählers und die Einrichtung der erforderlichen Messinfrastruktur von großer Bedeutung, da die stündliche Verrechnung ohne diese Infrastruktur nicht funktioniert.

Nach Abschluss der Installation erfolgen die vorläufige Abnahme und die Inbetriebnahme des Systems. Ab diesem Zeitpunkt werden Ihre Erzeugungs- und Verbrauchsdaten stündlich aufgezeichnet. Auch die Abrechnung erfolgt nun auf Grundlage dieser stündlichen Daten, wobei jede Stunde separat bilanziert wird. Damit der Prozess reibungslos verläuft, müssen die Dokumentations- und Genehmigungsschritte vollständig abgeschlossen werden.

Zusammenfassend besteht das Antragsverfahren aus Anschlussantrag, Projektgenehmigung, Installation und Inbetriebnahme. Die korrekte Steuerung jeder Phase gewährleistet, dass das System im Rahmen der stündlichen Verrechnung störungsfrei arbeitet. Vor der Installation ist die Auswahl der richtigen Ausrüstung zur Optimierung Ihrer Erzeugungskurve mindestens ebenso wichtig wie der Antrag selbst. Daher trägt die Planung des Systemdesigns gemeinsam mit einem Expertenteam dazu bei, die Rendite Ihrer Investition abzusichern.

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02.04.2026Remak Solar

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